Liebe Kolleginnen und Kollegen Wir hoffen, dass es Euch allen gut geht. Wir haben für Euch wie immer eine vielfältige Zusammenfassung von neuen Studien zur Frührehabilitation und den Newsticker zusammengestellt. Viel Spaß beim Lesen des Newsletters! Marina, Sabrina & Peter STUDIEN Warum sind Studien zur PICS Behandlung so schwierig? Dieser randomisierte Studie verglich eine 6-wöchige Protein Supplementation mit einem isokalorischen Kohlenhydrat in Patient:innen mit einer moderaten intensivstationserworbenen Muskelschwäche (ICUAW mit MRC-SS zwischen 24 und 48 Punkten). Allerdings wurde die Studie frühzeitig abgebrochen. Die Gründe sind vielfältig: langsame Rekrutierung aufgrund sehr strengen Ein- und Ausschlusskriterien, schlechte Adhärenz mit der Intervention und Schwierigkeiten mit der Erhebung von funktionellen Follow-Up Daten nach 6 Wochen und 3 Monaten. In diesem Artikel diskutieren die Autor:innen die Schwierigkeiten von Patient:innen mit PICS. Insbesondere wurde nicht antizipiert dass ehemalige Intensivstationspatient:innen Probleme mit Geschmacksverlust oder Dysphagie haben könnten, was dazu führte die Supplemente nicht einzunehmen. Kognitive Funktionsverluste könnten ebenfalls die Adhärenz reduzieren, da Patient:innen schlicht vergessen die Supplmente einzunehmen, dazu gehört auch Delirium oder die Fähigkeit sich überhaupt Mahlzeiten zuzubereiten. Beim funktionellen Follow-Up fehlten teilweise Ausrüstung, aber die vielen Untersuchungen könnten Patient:innen auch überfordert haben (Kraftmesssungen, 6-Minuten Gehtest, 5-times sit-to-stand test, CPAx, etc.). Interessanterweise konnten hauptsächlich die Patient:innen mit einer besseren Lebensqualität das Follow-Up durchführen und gerade die welche es besonders nötig haben, fielen durch die Lücken. Gute Studien auch nach der Intensivstation sind entsprechend herausfordernd und müssen gut geplant werden. Paulus MC, Kouw IWK, Boelens YFN, Hermans AJH, Strookappe B, van Zanten ARH. Feasibility challenges in protein supplementation research: Insights from the convalescence of functional outcomes after intensive care unit stay in a Randomised Controlled Trial. Clin Nutr. 2025 Mar;46:119-130. https://www.clinicalnutritionjournal.com/article/S0261-5614(25)00021-4/fulltext Australische Leitlinie zur Frühmobilisierung Die Mobilisation und physikalischer Rehabilitation kritisch kranker Patient:innen in der Intensivmedizin sind zentrale Bestandteile einer ganzheitlichen Versorgung, insbesondere im Hinblick auf die Vermeidung langfristiger Funktionseinschränkungen. Die hier zusammengefasste australische Leitlinie geht der Frage nach: Sollte physikalische Rehabilitation und/oder Mobilisation als Therapie bei erwachsenen Intensivpatient:innen eingesetzt werden? Hodgson et al. (2025) entwickelten im Rahmen eines nationalen Konsensusverfahrens unter Einbindung klinischer Expert:innen, Methodiker:innen und Betroffener evidenzbasierte Empfehlungen zur Mobilisation und Rehabilitation invasiv beatmeter Patient:innen in australischen Intensivstationen. Grundlage bildeten systematische Literaturrecherchen und Metaanalysen randomisierter Studien. Die Bewertung der Evidenz erfolgte nach GRADE. Die Leitlinie spricht drei bedingte Empfehlungen aus: 1) Für beatmete Patient:innen wird physikalische Rehabilitation/Mobilisation gegenüber keiner solchen Maßnahme empfohlen; 2) Zentren, die bereits rehabilitativ arbeiten, sollen dies fortsetzen; 3) Bei jede:r beatmeten Intensivpatient:in sollte eine individuelle Risiko-Nutzen-Abwägung im interprofessionellen Team soll jeder Maßnahme vorausgehen. Ergänzend wurden 14 Good Practice Statements formuliert, u.a. Screening 24h nach Aufnahme, Zielsetzung, interprofessionelles Teamplay, Personalanzahl, Umgebungsfaktoren, Unterstützung durch das Management. Die Evidenzlage wurde insgesamt als niedrig bewertet. Es zeigte sich kein eindeutiger Effekt auf Mortalität, physische oder kognitive Funktionen oder Lebensqualität zum Zeitpunkt der Entlassung, bzw. nach 6 Monaten. Methodische Schwächen, Heterogenität der Interventionen und Messinstrumente sowie fehlende Daten zur Patient:innenperspektive wurden als limitierend erkannt. Zentrale Forschungsfragen betreffen die optimale Dosis, den Zeitpunkt und die Dauer der Mobilisation, die Beschreibung der Kontrollgruppen sowie die Heterogenität der Patient:innen. Diese Leitlinie ist trotz begrenzter Evidenz ein wichtiger Impuls für die Intensivmedizin in Deutschland: Sie unterstützt die strukturierte Entscheidungsfindung und fördert die Weiterentwicklung rehabilitativer Versorgungsansätze auf Intensivstationen. Hodgson CL, Broadley T, Paton M, Higgins AM, Anderson S, Brennan S, Granger CL, Hammond NE, Magana Cruz S, Lang JK, Leditschke IA, Orford NR, Parry SM, Price B, Taylor P, Udy AA, Green SE. Australian clinical practice guideline for physical rehabilitation and mobilisation in adult intensive care units. Aust Crit Care. 2025 Apr 29;38(4):101235 Link https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40306022/ Delirmanagement Das Delir stellt eine häufige und schwerwiegende Komplikation bei intensivmedizinisch behandelten Patient:innen dar, die sowohl deren Prognose als auch den Behandlungsverlauf erheblich beeinflusst. Vor diesem Hintergrund untersuchte die Studie, wie verbreitet Delir auf Intensivstationen im deutschsprachigen Raum ist, welche Interventionen eingesetzt werden und welche Barrieren bestehen. Exl et al. (2025) führten zu dieser Fragestellung eine retrospektive Querschnittsanalyse basierend auf einer Sekundärauswertung der WDAD-Delirium-Umfrage 2023 durch. Die Analyse von 1612 Einschätzungen aus 123 Intensivstationen ergab eine mittlere Delirprävalenz von 18,6 % am Morgen und 20,4 % am Abend. Schmerzmanagement, Mobilisation und verbale Re-Orientierung waren die häufigsten präventiven Maßnahmen. Als wichtigste Barrieren wurden Personalmangel und die Schwierigkeit der Delirerkennung genannt. Die gezielte Vermeidung von Blasenkathetern, der Einsatz von Schlafhilfen und Mobilisation zeigten eine signifikante Assoziation mit einer geringeren Delirhäufigkeit. Limitationen der Studie sind die Selbstselektion der teilnehmenden Stationen, mögliche Erfassungsfehler sowie die Momentaufnahme an einem einzigen Tag. Exl et al. schließen, dass gezielte nicht-pharmakologische Maßnahmen im Stationsalltag helfen könnten, die Deliriumrate zu senken. Die Ergebnisse sind für die Intensivpflege und Intensivmedizin in Deutschland hoch relevant, da sie konkrete Ansatzpunkte für Prävention und Versorgungsverbesserung liefern. Exl MT, Fischbacher S, Lindroth H, Liu K, Hoffmann M, Jeitziner MM, Nydahl P, von Haken R, Krüger L, Schimböck F; WDAD Study Group. Delirium prevalence, interventions and barriers in intensive care units in German-speaking countries: A retrospective cross-sectional secondary analysis. Nurs Crit Care. 2025 May;30(3):e70041. Bildung von Pflegefachpersonen zur Familienfreundlichen Versorgung In Zeiten wachsender Bedeutung der patienten- und familienzentrierten Versorgung (PFCC) stellt sich die Frage, wie Pflegefachpersonen auf Intensivstationen für diese komplexe Aufgabe vorbereitet werden können. Die vorliegende systematische Übersichtsarbeit von Joo et al. (2025) untersucht, wie Bildungsprogramme zur Förderung pflegerischer PFCC-Kompetenzen in Intensivstationen gestaltet sind und welche Wirkungen sie entfalten. Die Autor:innen führten eine systematische Literaturrecherche in fünf Datenbanken (PubMed, CINAHL, EMBASE, PsycINFO und RISS) durch und identifizierten fünf geeignete Studien aus den Jahren 2011 bis 2023. Die Programme vermittelten vor allem theoretisches Wissen zu PFCC sowie Kommunikations- und Empathiefähigkeiten. Aspekte wie Selbstreflexion oder Wertebewusstsein wurden nur selten berücksichtigt, kollaborative Kompetenzen kaum gefördert. Drei Studien zeigten Verbesserungen im Bereich der familienorientierten Pflege, zwei wiesen positive Effekte auf die Wahrnehmung durch Familien nach. Die Bildungsmaßnahmen reichten von vier Stunden bis vier Monaten und beinhalteten oft Rollenspiele, Fallberichte bzw. Videobeispiele, Gruppendiskussionen und Mentoring. Als Limitation benennen die Autor:innen die geringe Zahl an Studien, methodische Heterogenität und unklare optimale Bildungsdauer. Zukünftige Forschungsfragen betreffen die Integration von Selbstreflexion, Kollaboration und Simulation in PFCC-Trainingsprogramme. Die Studie zeigt, dass systematisch konzipierte Bildungsprogramme ein wichtiger Hebel zur Stärkung der PFCC-Kompetenz von Pflegekräften sind – und damit auch für eine menschlichere Intensivmedizin in Deutschland. Joo Y, Han E, Jang Y. Educational programs to improve nursing competency of patient- and family-centered care in intensive care units: A systematic review. Nurse Educ Today. 2025 Aug;151:106699. doi: 10.1016/j.nedt.2025.106699. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40203768/ NEWSTICKER Interessante Studien, für Dich kurz zusammengefasst… REHABILITATION In-bed Cycling: in der Analyse von 22 Studien und 3052 Intensivpatient:innen zeigte sich in-bed Cycling im Vergleich zu normaler Rehabilitation als effektiv bzgl. Reduktion von Intensiv- und Krankenhaustagen sowie Beatmungstage. Es konnten keine bedeutsamen Unterschiede in Mortalität, Muskelkraft, ICUAW oder Lebensqualität identifiziert werden, allerdings mit z.T. großer Heterogenität. Pazo-Palacios et al (2025) Link https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1877065725000181?via%3Dihub Bauchlage + ECMO: in der Analyse von 22 Studien mit 3.465 Intensivpatient:innen (darunter 2 RCT) zeigte sich die kombinierte Therapie Bauchlage plus ECMO im Vergleich zu keiner Bauchlage als effektiv im Hinblick auf Intensiv- und Krankenhausmortalität, trotz längerer Beatmungsdauer. Da die meisten Studien Beobachtungsstudien waren, die nur Assoziationen, aber keine Kausalität zeigen können, sind die Ergebnisse interessant und indizieren mehr Forschung. Pettenuzzo et al (2025) Link https://link.springer.com/article/10.1007/s00134-025-07877-2 Agitation ist charakterisiert durch „exzessive motorische Aktivität, emotionale Spannung, kognitive Einschränkung, Störungen in der Versorgung, und oft von aggressivem Verhalten und Änderungen der Vitalparameter begleitet. Konzeptpapier von Adams et al (2025) Link https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40277282/ Intensivtagebücher: in der Analyse von 16 Interview mit Familien, die Tagebuch für Intensivpatient:innen schrieben, wertschätzten die Familien die Tagebücher als bedeutsam für ihr Coping, Stressreduktion, Beziehung zu Patient:innen und zum Team. Bosco et al (2025) aus Italien Link https://doi.org/10.1186/s12871-025-03083-1 Kognitive Reserve: die Fähigkeit des Gehirns, trotz vorhandener Hirnpathologie oder -verletzung normale kognitive Funktionen aufrechtzuerhalten – gilt zunehmend als möglicher Schutzfaktor gegen Delir bei Intensivpatient:innen und wurde bei 150 Intensivpatient:innen mit einer besseren kognitiven Leistungsfähigkeit sowohl kurz- als auch langfristig nach der Entlassung aus der Intensivstation in Verbindung gebracht. Fernandez-Gonzalo et al (2025) Link https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39589228/ DELIR Langzeitpflege: Epidemiologie und Assessment des Delirs in Pflegeeinrichtungen und Rehabilitationseinrichtungen (die Prävalenz liegt bei 12%). Sekundäranalyse der WDAD Studie von Ornago et al (2025) Link https://link.springer.com/article/10.1007/s41999-025-01207-x Familie: die Relevanz der Familie in der Prävention des perioperativen Delirs. Übersichtsarbeit von Weiss et al (2025) Link https://journals.lww.com/ejanaesthesiology/fulltext/2025/06000/the_importance_of_the_presence_of_chosen_family_in.2.aspx Analgosedierung: Analgosedierung und Delirmanagement von kritisch kranken Patient:innen in Pan-Amerikanischen und Iberischen Ländern unter Berücksichtigung der Übersedierung während der Pandemie. 25% der 1.008 Befragten nehmen auch nach der Pandemie immer noch eine Übersedierung wahr. Giménez-Esparza Vich et al (2025) Link https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39894710/ Ketamine: in 7.514 Intensivpatient:innen war eine geringe Gabe von Ketaminen stark mit einem erhöhten Risiko von Halluzinationen assoziiert. De Neto (2025) Link https://link.springer.com/article/10.1007/s00134-025-07926-w Antipsychotika: in einer retrospektiven Analyse von 84 Intensivpatient:innen mit Delir war eine Monotherapie von Antipsychotika vs einer Kombinationstherapie nicht mit einer reduzierten Dauer des Delirs assoziiert, aber mit einer erhöten Mortalität. Nguyen et al (2025)aus den USA Link https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40326011/ Einkommen: bei 508 Intensivpatient:innen war ein niedrigeres Einkommen auch nach Adjustierung von anderen Risikofaktoren immer noch mit einem 1.2-höheren Risiko für ein Delir assoziiert. Nishizawa et al (2025) aus Japan Link https://doi.org/10.1016/j.accpm.2025.101523 Live-Musik: in einer Pilotstudie bei geriatrischen Patient:innen mit Delir konnte Live-Musik an drei Tagen besser umgesetzt werden als aufgenommene Lieblingsmusik. Holt die Klampfe raus! Golubovic et al (2025) aus Norwegen Link https://doi.org/10.1186/s12877-025-05954-1 OUTCOME ECMO: 12 Monate nach einer VA-ECMO waren nur 30 % der Patient:innen am Leben und ohne Behinderung. Die größte Belastung durch Behinderungen scheint sich in den ersten 6 Monaten nach Einleitung der VA-ECMO zu entwickeln und hält zwischen 6 und 12 Monaten an. Serpa-Neto et al. aus Australien / Neuseeland (2025) Link https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40298907/ ICUAW: Ein Prädiktionsmodel für die intensivstationserworbene Muskelschwäche (ICUAW) wurde in dieser externen Validierungskohorte bestätigt, wobei Prädiktoren ein höheres Alter, weibliches Geschlecht, fehlende Kooperation (keine MRC-SS Beurteilung) und die Versorgung mit Nierenersatzverfahren sind. Raurell-Torredà et al. aus Spanien (2025) Link https://www.australiancriticalcare.com/article/S1036-7314(25)00071-2/fulltext ICUAW & Ultraschall: In dieser Studie zeigten frühe Ultraschallmessungen der Muskeldicke in Kombination mit klinischen Parametern wie SOFA-Scores und Indikatoren für den Ernährungszustand eine mäßige Vorhersagekraft für ICU-AW. Chaves et al. aus Kolumbien (2025) Link https://link.springer.com/article/10.1007/s40477-025-01013-y ICUAW & Adipositas: Im Gegensatz zu früheren Hypothesen war in dieser Beobachtungsstudie (n=106) hatten fettleibige Personen ein größeres Risiko für einen schweren Muskelschwund in der frühen Phase ihres Intensivstationsaufenthalts als fettarme Personen. Koga et al. aus Japan (2025) Link https://www.nature.com/articles/s41598-025-96171-8 Sepsis: das Outcome 1 Jahr nach Sepsis ist sehr heterogen bzgl. Arbeit, Wiederaufnahme, Lebensqualität, Mortalität und Unabhängigkeit. Liu et al (2025 aus Japan Link https://jintensivecare.biomedcentral.com/articles/10.1186/s40560-025-00792-0 PICS: bei 148 überlebenden Intensivpatient:innen korrelierte das Aufreten eines Post-Intensive-Care-Syndroms (PICS) mit der Belastung ihrer Angehörigen zwar zu bestimmten Zeitpunkten (nach 3 und 12 Monaten) miteinander, es bestand jedoch keine wechselseitige Langzeitbeziehung zwischen beiden Faktoren. Ahn et al (2025 aus den USA Link https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40198074/ Sexualität: bis zu 40% der überlebenden Intensivpatient:innen berichten von neu aufgetretenen sexuellen Funktionsstörungen – aber niemand redet mit ihnen darüber. Editorial von Bourke et al (2025) Link https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S096433972500028X?via%3Dihub Delir & PTBS: Delir könnte auch zu PTBS führen und damit erhebliche Langzeitfolgen nach sich ziehen. Übersichtsarbeit von Hertrich & Grundei (2025) Link https://doi.org/10.1007/s00063-025-01279-4 GEMISCHTES Chronische kritische Krankheit: die Definitionen, ab wann und wie lange eine chronische kritische Krankheit andauert, sind in der Analyse von 99 Studien sehr heterogen. Guter Überblick von Ohbe et al (2024) Link https://doi.org/10.1186/s13054-024-05215-4 Nasenspray: Die Verwendung von Nasensprays bei respiratorischen Infekten verkürzte die Krankheitsdauer und den Antibiotikaverbrauch in dieser großen randomisierten Studie (n= 13‘799 Personen mit mindestens einer Komorbidität im ambulanten Setting) signifikant. Little et al. aus der UK (2025) Link https://www.thelancet.com/journals/lanres/article/PIIS2213-2600%2824%2900140-1/fulltext Durst: Handlungsalgorithmus Durst bei Patient:innen ohne künstlichen Atemweg. Wefer et al (2025) Link https://doi.org/10.1007/s00063-025-01251-2 Durstmanagement: in einer RCT mit 84 Intensivpatient:innen zeigten sich 5 ml Spray mit kaltem Wasser (2-6 C) vs. 1,6 ml Spray mit kaltem Wasser (2-6 C) vs. 1,6 ml Wasser per Löffel bei 20-26 Grad) am effektivsten, um Durstgefühl zu lindern. Yuan et al (2025) aus China Link https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0964339725000734?via%3Dihub Kühlung: bei 876 Patient:innen nach Herzinfarkt und Indikation zur Kühlung führte eine intravenöse Kühlung im Vergleich zu einer Kühlung über die Hautoberfläche zu einer signifikant schnelleren Kühlung innerhalb von 4h (70% vs 50%) und einer Tendenz zu besserer 6-Monats-Überleben und -Funktionalität. Awad et al. (2025) Link https://doi.org/10.1007/s00134-025-07883-4 Harnstoff/Kreatinin-Ratio: kataboler Proteinstoffwechsel, Niereninsuffizient, Dehydration und andere Faktoren können das Verhältnis von Harnstoff zu Kreatinin beeinflussen. In der Analyse von 47 Studien war ein Verhältnis von Harnstoff zu Kreatinin > 20 mg/dl mit einem um 60% erhöhten Risiko der Intensivmortalität verbunden. Paulus et al (2025) Link https://doi.org/10.1186/s13054-025-05396-6 KI in der Pflegeethik: KI in der Pflege wirft Fragen bzgl Fairness, Gerechtigkeit, Nichtschädigung, Transparenz und Privatsphäre auf. KI sollte daher die individuellen und empathischen Aspekte der Pflege komplementieren, die die menschliche Autonomie unterstützt. Nydahl et al (2025) Link https://doi.org/10.1007/978-3-662-70612-1 Rekrutierung von Patient:innen: wer Patient:innen für Studien rekrutieren möchte und dies außerhalb regulärer Arbeitszeiten von 8-17 Uhr macht, kann die Anzahl der rekrutierten Patient:innen mehr als verdoppeln, auch das Wochenende lohnt sich. Lee et al (2025) aus den USA Link https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40138529/ Fluchen, Schimpfen, Pöbeln: wenn Mitarbeitende sich gehen lassen und solch ein unhöfliches Verhalten zeigen, ist dies nicht nur respektlos, es gefährdet auch die Gesundheit von Kolleg:innen und führt vor allem im OP zu mehr Fehlern und gefährdet die Patientensicherheit. Übersichtsarbeit von Faloye et al (2025) Link https://doi.org/10.1053/j.jvca.2025.04.005 LEITLINIEN / POSITIONSPAPIERE Leitlinie Polytrauma Valcarcel et al (2025) der European Society of Trauma and Emergency Surgery Link https://doi.org/10.1007/s00068-025-02852-4 Leitlinie Frühmobilisierung von Hodgson et al (2025) aus Australien Link https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40306022/ Positionspapier Epilepsie: Aktualisierte Klassifizierung von Krampfanfällen. Beniczky et al (2025) Positionspapier ARDS: Definition und Subtypen des ARDS. Nasa et al (2025) Link https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2213260025001158?via%3Dihub Positionspapier Enzephalopathie: Management der akuten Enzephalopathie aus französischer Sicht: Sonneville et al (2025) Link https://doi.org/10.1186/s13613-025-01436-0 Was wir nicht erwähnt haben: zugegeben, die Auswahl der hier berichteten Studien ist willkürlich und interessiert Euch hoffentlich. Dennoch gibt es in jedem Newsletter Studien, die wir bewusst nicht erwähnen, weil sie u.a. im Volltext in uns fremden Sprachen, in umstrittenen Fake-Science-Verlagen, mit fragwürdigen Methoden, Ergebnissen oder Schlussfolgerungen oder aus ähnlichen Gründen publiziert worden sind. Aber auch wir lesen nicht alles: sollten wir eine erwähnenswerte Studie übersehen haben, so sind wir dankbar für einen Hinweis! Bleibt in Bewegung und bleibt gesund Im Namen der DIVI Sektion Intensivmedizinische Frührehabilitation grüßen Sabrina Eggmann, Marine Ufelmann & Peter Nydahl Marina Ufelmann, GKP, BScN, MScN, ANP und stellv. Sprecherin der DIVI Sektion Intensivmedizinische Frührehabilitation, Klinikum rechts der Isar in München, Deutschland Dr. Sabrina Eggmann, Physiotherapeutin, MSc, Institut für Physiotherapie, Inselspital, Universitätsspital Bern, Schweiz, bzw. Monash University Melbourne, Australien PD. Dr. Peter Nydahl, GKP, BScN MScN, Pflegeforschung und -entwicklung, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel, Deutschland
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